Protokoll
über die 11. Jahresversammlung 2003
der Oskar Maria Graf-Gesellschaft e.V.
am Montag, den 13. Oktober 2003-10-16 im Zenzl-Mühsam-Saal der Seidl-Villa, Nikolaiplatz


Beginn: 19.30 Uhr, Ende gegen 21.30 Uhr
Anwesend: insgesamt lt. Anwesenheitsliste 18 Personen, einschließlich 1 Gast und 5 von 7 Vorstandsmitgliedern (Frau Simson und Harald Grill fehlten wegen Reise-Terminen)


Der Vorsitzende Dr. Dittmann begrüßt die Anwesenden und gedenkt mit ehrenden Worten der Toten des Jahres aus der Gesellschaft: Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied Michael Mathias Prechtl, Nürnberg, und Literaturhistoriker Dr. Peter Lübbe, Landshut. Außerdem erinnert Dr. Dittmann an den plötzlichen Tod des Schauspielers Erich Hallhuber, der am 1. Oktober seine zweite Graf-Lesung haben sollte, am selben Tag aber beerdigt wurde; die Erinnerung galt auch dem im Juni 2003 verstorbenen Bürgermeister Gastl von Berg, dem Oskar Maria Graf seinen „Großen Bauernspiegel“ (Desch, 1962) gewidmet hatte: „Meinem Freund Wilhelm Gastl herzlich gewidmet.“

Seinen Jahresbericht „Rückblick und Vorschau“ stellte Dr. Dittmann unter das Motto: Oskar Maria Graf hat Konjunktur! Er belegte dann diese Aussage mit Fakten und Hinweisen aus der Arbeit der Gesellschaft im vergangenen Jahr:

Dr. Dittmann beginnt die Liste der Ereignisse mit dem Hinweis auf den „Zwischenbericht“ von Lothar Müller im „Kursbuch“ Nr. 153 unter dem Titel „Literarische Gesellschaften in Deutschland“ und auf das wohl spektakulärste Graf-Unternehmen während der Münchner Opern-Festspiele 2003, die Sprach-Oper „Unser Oskar“ von Andreas Ammer und Sebastian Hess am 30./31. Juli im Cuvilliés-Theater, mit Josef Bierbichler als Oskar Maria Graf sowie den Schauspielern Michael Tregor und Susanne Buchenberger. Eine CD von dieser Veranstaltung erscheint Ende Oktober im Hörbuchverlag Ullstein; eine Hörspiel-Fassung der Sprach-Oper „Unser Oskar“, die im Spätherbst im Bayerischen Rundfunk gesendet wird, stellen Andreas Ammer und Sebastian Hess am 26. Oktober (19.00 Uhr) im „Mariandl“ in Ebenhausen („Kultur im Keller“) vor.

Dr. Dittmann zitiert aus einem Porträt des SPD-Landtagsabgeordneten Gustav Starzmann in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 16. September 2003 anlässlich seines Abschieds vom Landtag, in dem auch Oskar Maria Grafs bekannte Briefe (OMG-Jahrbuch 2001) erwähnt sind.
Dann verweist Dr. Dittmann auf den erfolgreichen Start der OMG-Homepage und dankt Frau Christine Brand für deren Erstellung. Stolz kann Frau Brand mitteilen, dass die Homepage unter dem Namen www.oskarmariagraf.de bereits von über zweihundert Interessenten eingesehen wurde.

Dr. Dittmann erinnert dann im Rückblick an die anderen Veranstaltungen des Jahres im Zusammenhang mit Oskar Maria Graf, veranstaltet von der Gesellschaft oder mit deren Beteiligung:
Gedenklesungen zum 70. Jahrestag der „Bücherverbrennung“ auf dem Königsplatz;
Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte mit der Sammlung Salzmann zum gleichen Thema „Bücherverbrennung“ (Hinweis auf Kontroverse mit den Mitarbeitern des HBG wegen der Graf-Kurzbiographie in der Ausstellung, die für die weiteren Stationen korrigiert wurde);
Lesung von Jörg Hube und Achim Höppner am Geburtstag Grafs (22. Juli) aus „Reise in die Sowjetunion 1934“ mit Gegenstimmen im Literaturhaus;
Lesung von Wolf Euba (Akkordeon: Maria Reiter) von Graf-Texten in der Theresienstraße.

Dr. Dittmann kommt dann zur „Vorschau“ in die Zukunft und kündigt für das Jahresende die Nummer 3 des „OMG-Journals“ sowie für das Jahr 2004 die Herausgabe eines neuen OMG-Jahrbuchs“ an. Auch wurden die Vorbereitungen für eine mögliche Gedenktafel am Haus Hillside Avenue, New York, Grafs Exil-Wohnsitz, weiter vorangetrieben (nach einer Idee von Paola Rauscher, Bad Wörishofen).

Im Mai 2004 soll in Malente/Schleswig-Holstein eine von der Graf-Gesellschaft mitgetragene Veranstaltung zum Thema „Anarchie der Rätezeit“ stattfinden mit Beiträgen aus München. Ebenfalls im Mai 2004 soll eine vom Haus der Bayerischen Geschichte erstellte Ausstellung über Auswanderung von Bayern nach Amerika mit Exponaten um OMG (Lederhose, Schreibtisch) voraussichtlich in Nördlingen starten und dann vielleicht nach Amerika in mehreren Städten gezeigt werden. Eine bereits für 2003 geplante Ausstellung mit Illustrationen zum Werk OMGs soll ebenfalls 2004 zum 110. Geburtstag verwirklicht werden.

Das Mitglied Gert Holzheimer, Schriftsteller in Gauting, will jetzt seine Arbeit an einer neuen Graf-Biographie für den List-Verlag wieder aufnehmen.

Zum Abschluss der Jahresversammlung 2003 hören sich die Anwesenden zuerst drei Ausschnitte aus der CD „Unser Oskar“, dann die Originalaufnahme einer Lesung Grafs aus dem Jahr 1964 (SFB) seines Textes „Nicht gehaltene Rede zu meinem 60. Geburtstag“ aus der von Hans Dollinger für den Hörverlag, München, zusammengestellten CD „Made in Bavaria – Geschichten und Interviews von und mit dem Autor“ an.

München, 15.10.03
hdo.